Gefühlsecht: Haptische Werbung!

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Haptik

Die Wirksamkeit von haptischer Werbung wird oft unterschätzt. Zu aller erst steht das Sprachlich-Visuelle im Vordergrund. Wie oft werden wir erschlagen von Slogans, Claims und einem perfektem Wording in Zeitschriften, Radio- oder Fernsehspots.  Experten aus Neurowissenschaft und Kognitionspsychologie sind sich jedoch einig, dass Werbebotschaften die man nur hören und sehen kann, viel schneller vergessen werden als solche, die man auch fühlen kann. Lange bevor wir irgendetwas sehen oder hören, beginnen wir zu fühlen. Bereits im Mutterleib in der ca. achten Schwangerschaftswoche erkundet der Embryo durch Berührung von sich selbst oder der Nabelschnur seinen Lebensraum. Der Tastsinn ist allen anderen Sinnen vorgelagert. Zeit unseres Lebens versuchen wir Dinge zu begreifen, indem wir sie berühren, befühlen und buchstäblich in die Hand nehmen. Von allen Sinnen ist der Tastsinn der einzige Sinn, der unentbehrlich ist. Menschen können ohne Seh- und Hörvermögen geboren werden und existieren, aber die Fähigkeit, Berührungen zu empfinden, ist ihnen ausnahmslos angeboren und bleibt ihnen bis zum Ende erhalten.

Während visuelle und akustische Wahrnehmungen recht schnell verblassen, schaffen vor allem haptische Qualitäten eine wichtige Reizverstärkung – und hier treten Werbeartikel auf den Plan. Die Wirksamkeit von gegenständlicher Werbung ist außerordentlich hoch. Berührungsreize gehen viel tiefer als visuelle oder auditive, bleiben länger im Gedächtnis, da Sie der menschlichen Bauweise entsprechen. Gerade wenn es darum geht erklärungsbedürftige oder komplizierte Botschaften und Markenkerne zu kommunizieren, ist es psychologisch gesehen der klügere Weg, Menschen etwas in die Hand zu geben als sie eine Seite umblättern zu lassen.

 

Herz trifft auf Verstand

Entscheidungen können kognitiv oder affektiv geprägt sein. Kognitive Entscheidungen sprechen die rationale Seite im Menschen an. Sie bezeichnen die denkerischen Funktionen des Menschen, die mit Wahrnehmung, Lernen und Erinnern zu tun haben. Affektiv handeln wir aus Emotionen und Gefühlen heraus. Werden beide Entscheidungstypen mit der richtigen Botschaft angesprochen, geht die Werbestrategie auf: Produkte oder Dienstleistungen, die eher die kognitive Seite abzielen, können bei der Bewerbung genau diese Punkte hervorheben (Ersparnis, Kosten/Nutzen-Argumentation) oder sie kompensieren die mangelnde sinnliche Erfahrbarkeit dieser Produkte durch haptische Reize in Form von dreidimensionalen Werbemitteln.

Für welchen Zweck ein Werbeartikel auch  immer konzipiert wird – stets gilt: Das Produkt muss mit Bedacht ausgewählt und gestaltet werden. Außerdem spiel der Produktnutzen eine übergeordnete Rolle. Wenn wir so einen Gegenstand in unserem Alltag häufig gebrauchen, hat unser Gedächtnis die Gelegenheit, die Werbebotschaft in immer neuen Assoziationen abzuspeichern. Die Kontakthäufigkeit ist ein wesentlicher Aspekt für die nachhaltige Wirkung von Werbung. Aufgrund von Erfahrungen schließen wir oft vom haptischen Eindruck auf die Eigenschaften eines Produktes.  Zum Beispiel die Papierbeschaffenheit bei Mailings: Ein schweres, also höherwertiges Papier ruft die Vorstellung von Qualität hervor, die auch auf den Inhalt übertragen wird. Wir assoziieren in einem bestimmten Kontext Schwere mit Qualität und Leichtigkeit mit Billigkeit. Die Beachtung solcher Konnotationen ist außerordentlich wichtig. Ästhetisches Erleben vermittelt positive Emotionen – ebenso wie der haptische Eindruck, wenn sich etwas “gut anfühlt”.

Quelle: http://www.werbeartikel-verlag.de/2014/05/13/haptische-werbung-mehr-gefuehl/

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