Philosophie Rosalie und die Glocke aus Datschiburg

Kuh Roalie Philosophie

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Es war einmal eine Kuh namens Rosalie. Sie lebte auf einer saftigen Wiese im Süden von Bayern, zusammen mit vielen anderen Kühen. Rosalie und ihre Freundinnen waren stolze Allgäuer Kühe mit wunderschönem braunem Fell und großen goldglänzenden Glocken um den Hals. Jede dieser Glocken war liebevoll mit dem Namen des Tieres graviert. Nur Rosalie hatte keine. Sie besaß zwar wie all die anderen das braun schimmernde Fell, war aber noch viel zu klein für eine so stattliche Glocke. Schon von Weitem konnte man das harmonische Läuten der Glocken hören. Viele Wanderer begrüßten die Kühe freudig mit ihren Namen und gaben ihnen liebevolle Streicheleinheiten. Nur Rosalie wurde nie begrüßt. Wie gerne hätte sie auch eine so wundervoll klingende Glocke mit ihrem eigenen Namen darauf. Jeder würde ihn kennen und sicherlich nicht vergessen. Traurig trottete sie Tag für Tag über die Weide und träumte von ihrer eigenen Glocke.

Eines Tages bekam Rosalie Besuch von Felix, der nervigen Stallfliege. Er schwirrte durch die Luft und ließ sich auf ihrem Ohr nieder. „Grias di, Rosalie, heute schaust’ aber grimmig drein“. „Ach Felix“ seufzte Rosalie, „ich bin so traurig. Als Einzige habe ich keine Glocke, und niemand kennt meinen Namen“. „Und warum hast du keine Glocke?“ fragte Felix neugierig. „Ich bin noch zu klein, meine Glocke müsste extra angefertigt werden, und das ist viel zu aufwändig. Außerdem wünsche ich mir ein rosafarbenes Glockenband, wie die Farben der Alpenveilchen hier“, antwortete sie. Rosalie tat Felix leid, und er überlegte, wie er ihr wohl helfen könne. Und schon bald kam ihm eine Idee. Er sprang auf, schlug die Flügel zusammen und rief: „ Drüben in Datschiburg gibt es bestimmt jemanden, der eine solche Glocke bauen kann.“ „Meinst du wirklich?“ Rosalie verdrehte ungläubig die Augen.

Felix ließ sich nicht umstimmen und reiste sofort nach Datschiburg. Dort angekommen, flog er von Fenster zu Fenster und machte sich kundig. Er traf zwar auf viele Glockenbauer, doch niemand konnte ihm eine Glocke nach Rosalies Vorstellungen fertigen. Total erschöpft ließ er sich an einem Fenstersims nieder, als ihn auf einmal ein kräftiges Bellen aufschreckte.

Hund Furty Philosophie

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„Ich habe gehört, du bist auf der Suche nach einer Glocke.“ ertönte die Stimme. „Ja“, sagte Felix verdattert. „Vielleicht kann ich dir helfen,“ sagte der große Hund und streckt ihm vorsichtig die Schnauze hin. „Komm, spring auf.“ Felix nickte nur und setzte sich wortlos auf dessen Schnauze. „Mein Name ist übrigens Furty und ich baue Glocken, seit ich denken kann.“ Furty war ein stattlicher Hund, und Felix fand ihn sehr sympathisch.

Und so ging Furty ans Werk und fertigte eine Skizze der Glocke an, die Felix’ Beschreibung entsprach. Dieser bekam noch größere Augen, als er sie von Haus aus schon hatte und erinnerte sich schlagartig an die Alpenveilchen. „ Meinst du, die Glocke würde deiner Rosalie so gefallen?“ fragte Furty und streckte Felix ein Blatt Papier entgegen. „Rosa,“ platzte es aus Felix heraus, „das Band, es muss rosa sein, wie die Farbe unserer Alpenveilchen“.

Furty verließ den Raum, kam nach kurzer Zeit wieder und beruhigte Felix, dass er in ein paar Tagen von einem Freund das gewünschte rosafarbene Band bekäme. „Jetzt musst du mir nur noch den Namen deiner Freundin buchstabieren. „Rosalie“, sagte Felix entzückt.

R O S A L I E schrieb Furty auf ein Blatt Papier und zeigte es Felix nochmal zur Sicherheit. Dieser nickte zustimmend. Felix’ Flügel wurden langsam schwer, nach dem langen Tag. Er war müde. Sanft schubste Furty Felix auf seine Schnauze und trug die sichtlich erschöpfte Fliege zu seinem Hundekorb. Felix machte es sich unter Furtys Fellbüschel bequem und schlief rasch ein.

Felix Philosophie

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Ein lautes Geräusch weckte ihn am nächsten Morgen. Er öffnete seine noch müden Augen und sah, wie Furty ganz viele Pakete dem Postboten überreichte. Staunend beobachtete er das Geschehen, als Furty freundlich auf ihn zukam. „Felix, du kannst langsam zurück ins Allgäu fliegen.“ „Und meine Glocke?“, fragte der verwirrt. „Die Glocke schicke ich dir in ein paar Tagen zu. Wäre ja eh zu schwer für dich gewesen. Und damit sich Rosalie auch richtig freut, verpacke ich sie noch als Geschenk.“ Felix rief ein fröhliches „Auf Wiedersehen“ und flog davon.

Und tatsächlich – ein paar Tage später quälte sich der Postbote mit seinem Fahrrad bergauf, im Gepäck die Glocke aus Datschiburg. „Roooosalie,“ tönte die Stimme des etwas außer Atem gekommenen Postboten. Rosalie zuckte vor Erstaunen zusammen und freute sich, dass jemand ihren Namen rief. Daraufhin galoppierte sie entzückt auf den Postboten zu. Dieser wich erschrocken zurück und übergab ihr das Paket. Felix kam herbeigeflogen und machte es sich derweil auf dem Kuhfladen nebenan gemütlich. Rosalie betrachtete das Paket sorgsam und öffnete den Karton. Sie blickte vorsichtig hinein und fand eine Schachtel mit rosafarbener Schleife. Behutsam öffnete sie das Geschenk, und eine wunderschöne Glocke kam zum Vorschein. Mit Liebe zum Detail war ihr Name eingraviert. Außerdem war an der Glocke ein Band angebracht, das in den schönsten Alpenveilchenfarben strahlte. Alles war so, wie sie es sich immer erträumt hatte. Vor Freude kullerten Tränen aus ihren großen braunen Augen.

Felix beobachte alles vom Hügel des Kuhfladens aus und dachte an Furty. Vor seinem Heimflug hatte er ihn noch gefragt, warum er als Einziger bereit war, diese Glocke anzufertigen. Furty antwortete ihm auf diese Frage mit folgendem Satz:

„Es macht mir einfach Spaß, anderen eine Freude zu bereiten“.

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